EKH Katze oder EHK Katze ? Warum das ganz und gar nicht das Gleiche ist
EKH Katze oder EHK Katze? Warum das ganz und gar nicht das Gleiche ist
EKH – EHK… ist doch das Gleiche?
Nein. Ganz und gar nicht!
Zwei Buchstaben vertauscht, und plötzlich reden wir über zwei völlig verschiedene Dinge. Das eine ist eine eingetragene Rasse. Das andere ist die ganz normale Hauskatze, die bei Millionen Menschen auf dem Sofa liegt.
Klingt nach Haarspalterei? Ist es nicht. Denn genau hinter dieser Verwechslung verstecken sich Vermehrer:innen, überteuerte Kitten ohne Papiere und viel Leid, das man den süßen Fotos im Internet nicht ansieht.
In diesem Beitrag erfährst du, was EHK und EKH unterscheidet, warum eine Katze ohne Stammbaum keine Rassekatze ist und warum Katzen ohne Papiere trotzdem niemals „Katzen 2. Klasse“ sind.
EHK Katze und EKH: Der Unterschied
EHK: Europäische Hauskatze
EHK steht für Europäische Hauskatze. Das ist keine Rasse, sondern die Bezeichnung für alle Katzen ohne Stammbaum.
Getigert, gescheckt, schwarz, rot, langhaarig, kurzhaarig, mit Pinselohren oder ohne: Ohne Stammbaum ist jede dieser Katzen eine EHK. Völlig unabhängig davon, wie sie aussieht.
EKH Katze: Europäisch Kurzhaar
EKH steht für Europäisch Kurzhaar. Das ist eine eingetragene Rasse, die von Zuchtverbänden anerkannt ist. Sie hat einen festgelegten Rassestandard und wird gezielt gezüchtet, mit Stammbaum.
Eine EKH Katze sieht einer typischen Hauskatze oft sehr ähnlich. Genau das macht die Verwechslung so leicht.
- EHK → alle Katzen ohne Stammbaum, egal wie sie aussehen
- EKH → eine eingetragene Rasse, mit Stammbaum aus einer Zucht im Verein
Der Unterschied liegt also nicht im Aussehen. Er liegt im Papier.
Kein Stammbaum, keine Rasse
Das ist keine Meinung. Das ist ein Fakt.
Und er gilt auch für jede Katze vom Vermehrer, gern gekauft über Kleinanzeigen im Internet. Völlig gleichgültig, wie sie aussieht. Völlig gleichgültig, wie die Anzeige sie nennt.
- „Maine-Coon-Mix“
- „BKH ohne Papiere“
- „Reinrassig, nur ohne Stammbaum“
- „Die Eltern sind Ragdolls, Papiere brauchen wir nicht“
All diese Kitten sind EHK. Punkt.
Klar, man kann eine Katze „Maine Coon“ nennen, weil sie lange Haare und Pinselohren hat. Das macht sie genauso wenig zur Maine Coon, wie mich ein Kochlöffel zur Sterneköchin macht.
Das Problem daran: Für diese „Rassekatzen ohne Papiere“ zahlen Menschen oft mehrere Hundert Euro. Sie bezahlen einen Rassenamen, den es ohne Stammbaum gar nicht gibt. Und sie bekommen keine Gesundheitstests der Elterntiere, keine Zucht im Verein und keine Kontrolle darüber, wie Mutterkatze und Kitten gelebt haben.
Du möchtest eine Rassekatze? Dann gibt es genau einen seriösen Weg
Du wählst eine seriöse Zucht und kaufst deine Katzen dort, mit Stammbaum.
Woran du sie erkennst:
- Der Stammbaum gehört IMMER zum Kitten. Ohne Aufpreis, ohne Ausnahme.
- Die Zucht ist Mitglied in einem anerkannten Zuchtverein.
- Keine Abgabe vor der 12. Woche, eher später.
- Keine Abgabe in Einzelhaltung.
- Du lernst die Kitten vorher bei der Zucht kennen.
- Die Elterntiere sind auf rassetypische Erkrankungen getestet, und du bekommst die Befunde zu sehen.
Alles andere ist keine günstigere Variante der Rassekatze. Es ist schlicht keine Rassekatze.
Sind Katzen ohne Papiere „weniger wert“?
Sind EHKs, also Katzen ohne Stammbaum, „weniger wert“? Sind sie vielleicht „Katzen 2. Klasse“?
Nein! Nie und nimmer!
Eine Europäische Hauskatze ist eine wundervolle, individuelle Persönlichkeit. Sie jagt, spielt, kuschelt, meckert und liebt genauso wie jede Rassekatze. Sie braucht genauso Spielsessions, eine artgerechte Einrichtung und einen Menschen, der ihre Bedürfnisse ernst nimmt.
Eine sichere Bindung fragt nicht nach dem Stammbaum.
Das erlebe ich in meiner Arbeit jeden Tag: Jede Katze bringt ihren eigenen Kopf, ihre eigenen Vorlieben und ihren ganz eigenen Humor mit. Mit Papieren hat das nicht das Geringste zu tun.
Der Stammbaum sagt dir, woher eine Katze kommt. Wer sie ist, zeigt sie dir selbst.
Keine Rasse gewünscht? Dann gibt es nur eine Entscheidung
Und jetzt kommt der Punkt, der extrem wichtig ist.
Wenn du klar sagst: „Eine bestimmte Rasse, Papiere, darauf lege ich keinen Wert“, dann gibt es letztendlich nur eine Entscheidung: Katzen aus dem Tierschutz!
Bitte kaufe nie beim Vermehrer!
Ich weiß, das klingt unglaublich hart. Und natürlich kommen schnell diese Gedanken:
- „Aber die sind ja auch schon da.“
- „Aber die haben doch auch ein schönes Zuhause verdient.“
Das stimmt. Jedes dieser Kitten hat ein gutes Zuhause verdient. Doch die harte Wahrheit hinter den süßen Kitten aus dem Internet lautet:
JEDES verkaufte Kitten macht Platz für den nächsten Wurf.
Für dich ist es die Rettung eines einzelnen Kittens. Für die Mutterkatze ist es der nächste Deckakt. Für den Markt ist es die Bestätigung: Das Geschäft läuft.
- Du kaufst beim Vermehrer → der nächste Wurf ist schon geplant
- Du adoptierst im Tierschutz → ein Platz wird frei für eine Katze in Not
Was du mit einer Adoption aus dem Tierschutz bewirkst
Adoptierst du eine Katze aus dem Tierschutz, veränderst du nicht nur die Welt für diese eine Katze. Du sorgst auch dafür, dass wieder Katzen aufgenommen werden können, die dringend auf Hilfe angewiesen sind.
Im Tierschutz warten Kitten und erwachsene Katzen, schüchterne und selbstbewusste, junge und alte. Viele Tierschutzvereine kennen ihre Katzen gut und können dir sagen, wer zu dir und deinem Alltag passt. Und über Rassekatzen-Nothilfen findest du sogar Rassekatzen, die ein neues Zuhause suchen.
Darauf kannst du bei einem seriösen Tierschutzverein achten:
- Die Katzen sind tierärztlich versorgt, geimpft, gechipt und ab einem passenden Alter kastriert.
- Es gibt einen Schutzvertrag.
- Es gibt ein Vorgespräch und oft eine Vorkontrolle bei dir zu Hause.
- Kitten werden nicht in Einzelhaltung vermittelt.
- Der Verein fragt nach gesicherten Balkonen und Fenstern, inklusive Kippfensterschutz.
Klingt nach viel Aufwand? Ist es auch. Und genau das zeigt dir, dass hier jemand an die Katze denkt und nicht an den Verkaufspreis.
Egal ob Rassekatze mit Stammbaum oder EHK aus dem Tierschutz: Deine Katze braucht dich als Menschen, der ihre Bedürfnisse ernst nimmt. Genau dabei begleite ich dich. Geh gemeinsam mit mir den nächsten Schritt zum UNSCHLAGBAREN MENSCH-KATZE-TEAM.
P.S. Und falls jetzt jemand kommentiert: „Meine Katze vom Vermehrer ist aber total glücklich!“ Freu ich mich für euch, von Herzen! Deine Katze kann nichts für ihre Herkunft. Aber ihre Mutter bekommt vermutlich gerade den nächsten Wurf. Und genau darum geht es in diesem Beitrag.
Häufige Fragen zu EHK und EKH
Was bedeutet EHK?
EHK steht für Europäische Hauskatze. So werden alle Katzen ohne Stammbaum bezeichnet, unabhängig von Fellfarbe, Felllänge oder Körperbau.
Was bedeutet EKH?
EKH steht für Europäisch Kurzhaar, eine eingetragene Rasse mit festgelegtem Rassestandard. Eine EKH hat immer einen Stammbaum aus einer Zucht im anerkannten Verein.
Ist eine Katze ohne Papiere eine Rassekatze?
Nein. Ohne Stammbaum ist jede Katze eine EHK, auch wenn sie aussieht wie eine Maine Coon, eine BKH oder eine Ragdoll.
Woran erkenne ich einen Vermehrer?
Typische Warnzeichen sind Kitten ohne Stammbaum oder mit Stammbaum gegen Aufpreis, keine Mitgliedschaft in einem anerkannten Zuchtverein, Abgabe vor der 12. Woche, Abgabe in Einzelhaltung und keine Möglichkeit, die Kitten vorher bei der Mutterkatze zu besuchen.
Wo finde ich eine Katze ohne Stammbaum?
Im Tierschutz: in Tierheimen, bei Tierschutzvereinen und Pflegestellen. Dort findest du Kitten und erwachsene Katzen jeden Alters, die tierärztlich versorgt und mit Schutzvertrag vermittelt werden.
Gibt es Rassekatzen im Tierschutz?
Ja. Rassekatzen-Nothilfen vermitteln Rassekatzen, die aus unterschiedlichsten Gründen ein neues Zuhause suchen.


